Was sind eigentlich Schäffler?

Der Schäfflertanz hat eine lange Geschichte. Die Entstehung des Schäfflertanzes geht wohl auf das Münchner Pestjahr 1517 zurück. Die Pest als Geisel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit hatte dort Angst und Schrecken verbreitet, Häuser und Läden blieben verschlossen, und außer den Totengräbern und Pesträucherern war kein Mensch auf den Straßen zu sehen. Der Handel erlag, der Hunger griff um sich.

Die Schäffler, die Handwerkszunft der Schaffl- oder Fassmacher, waren nach der Überlieferung die ersten, die sich wieder auf die Straßen und Plätze wagten. Um die Leute von ihrer Angst und Traurigkeit etwas abzulenken, führten die ihren traditionellen Zunfttanz auf und machten den verängstigten Bürgern wieder Mut. Die Menschen begannen wieder zu hoffen und an das Leben zu glauben.

Foto: Schäffler im Glockenspiel am Münchener Rathaus

Zum Dank und zur Erinnerung an die schreckliche Pest ordnete der Bayerische Herzog Wilhelm IV. an, dass die Schäffler ihren Tanz auch in Zukunft aufführen sollten. Und diesem Auftrag kommen die Schäffler seit 1760 nachweislich im siebenjährigen Turnus bis heute nach. Angetan mit hellroten Jacken, schwarzen Hosen, weißen Strümpfen, grünen Mützen und einem ledernen Schurz, führen sie um ein geschmücktes Bierfass ihren Figurentanz auf. Zu den Klängen einer Blaskapelle schwingen sie ihre grünen Buchsreifen, während sich der Vortänzer auf das Fass stellt und eine respektable artistische Leistung zu vollbringen hat: Zu dem Lied: "Aber heit is koit, aber heit is koit, heit is sakramentisch koit ..." schwenkt er zwei Fassreifen, in denen ein gefülltes Glas Schnaps liegt, von dem kein Tropfen verloren gehen soll. Nicht fehlen dürfen bei den Auftritten die zwei Hanswursten oder Kasperl, die dafür zu sorgen haben, dass den Zuschauern bei der grimmigen Kälte das Lachen nicht eingefriert. So schreibt es Albert Bichler.

Zur Erinnerung an diese in Volkssagen überlieferten Ereignisse finden nicht nur in München, sondern auch in einigen anderen Gemeinden Bayerns bis heute Schäfflertänze statt.

Quelle: Stellv. Ministerpräsident Hans Zehetmair: Grusswort zum 50jährigen Bestehen der Taufkirchner Schäffler

 
 
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